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Am Anfang ist es krümelige, feuchte Erde
Kreis Lippe/Lokales
Bauen mit Stampflehm hat Zukunft
Fachtagung führt Experten aus Europa nach Herberhausen
Detmold-Herberhausen. Einer der ältesten Baustoffe der Welt kommt wieder zu Ehren. Zu Recht, wie Joachim Heine findet. Der Lehrer der Fachschule für Baudenkmalpflege am Felix-Fechenbach-Berufskolleg hat am Freitag und Samstag mit der Blomberger Firma Conluto und der Hochschule OWL erstmalig eine Werkschau zum Stampflehmbau organisiert.
Die große Resonanz darauf war für Heine völlig überraschend. 90 Anmeldungen kamen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Portugal, Frankreich, der Schweiz, Polen und den Niederlanden. Die zweitägige Tagung fand auf Gut Herberhausen statt.
„Der Baustoff erfreut sich immer größerer Zustimmung“, berichtete Heine. Inzwischen bekomme der Lehmbau zunehmend innovative Züge. „Lehm sorgt für ein angenehmes Raumklima, ist für Allergiker geeignet und reguliert Klimaschwankungen“, schilderte der Lehrer, der selbst in einem Haus mit Lehmwänden wohnt. Heutzutage auch ein wichtiger Aspekt: Die Energiebilanz des Naturstoffes ist hervorragend.
Worum es beim Stampflehmbau geht, konnten die Tagungsteilnehmer selbst beim Bau einer kleinen Mauer nachvollziehen. Dabei wird mit Sand oder Splitt versetzter Lehm erdfeucht zubereitet, in eine Holzschalung gebracht und verdichtet.
Viele Zimmerleute interessierten sich für das Thema. Aber auch Architekten, Dozenten Bauingenieure und Ofenbauer verfolgten die Referate und Fachforen. Nach der Begrüßung durch den Leiter des Felix-Fechenbach-Berufskollegs, Horst Klüter, zeigte Jörg Depta vom „LehmBauWerk“ Berlin Beispiele für gelungenen Lehmbau. „Immer mehr beschäftigt uns die künstlerische Gestaltung von Stampflehm. Das wird in Zukunft immense Bedeutung bekommen“, so der Referent. Weiter ging es um bauphysikalische Grundlagen, die Vorfertigung von Lehmelementen, Musterbeispiele aus vielen Ländern sowie um künftige Entwicklungen. (co)
© 2010 Lippische Landes-Zeitung, Montag 14. Juni 2010
